Ein Tag bei Freiheit

Wie kann man Professionalität und Leidenschaft optimal miteinander verbinden? Ein Überblick für potentielle Kunden und neue Kollegen...
Wer viel arbeitet, braucht eine Umgebung, die es einem leicht macht, viel Zeit im Büro zu verbringen. Wir legen extremen Wert auf ein gesundes Ambiente. Arbeit soll nicht krank machen.
Unser Büro ist hell und komfortabel. Die Arbeitsplätze sind ergonomisch, schlicht und schön. Der Boden ist aus dunklem Parkett. Auf der Dachterrasse stehen Gartenmöbel und Bambus. Früher hatten wir sogar dreimal die Woche eine Köchin, aber heute - mitten in Eimsbüttel/Eppendorf - brauchen wir das nicht mehr. Entweder wir kochen in spontanen Gruppen in unserer eigenen Küche oder wir besuchen eines der vielen Restaurants rund um unser Büro.
Alle Möbel haben Rollen. Das Büro lässt sich so beliebig umkonfigurieren. Weil auf jedem der vier Stockwerke alle zusammen in einem großen Raum sitzen, werden neue Kolleginnen und Kollegen schnell in die Gemeinschaft integriert.
Die Kunden rufen an. Mit den tragbaren Gigasets kann man überall telefonieren. Auch auf der Terrasse.
Kunden kommen zum Meeting. Wir sitzen in einem der Besprechungsräume, die die Namen von legendären Computer-Modellen tragen, auf der Dachterrasse oder in der Lounge im 2. Obergeschoss mit den dunklen, englischen Ledersesseln und Kamin. Überall gibt es Netzwerkanschlüsse.
Ein Tag bei freiheit.com fängt pünktlich um 9.00 Uhr an. Nicht später, gerne früher. Disziplin und Zuverlässigkeit sind kein Selbstzweck. Es ist lediglich effizienter, wenn alle den gleichen Rhythmus haben.
Der Morgen beginnt mit einem frischen Latte Macchiato und Self-Management. Als Erstes checkt jedes Team morgens, welche Features heute realisiert werden müssen. Anschließend werden die Timesheets des Vortages ausgefüllt und kurz gecheckt, ob die in Arbeit befindlichen Features noch alle "on Time" und "on Budget" sind. Das geschieht alles Tool-gestützt. Unser Ziel ist es immer, Bürokratie zu vermeiden. Was unvermeidbar ist, wird automatisiert. Nun kann sich jeder wieder seiner Leidenschaft widmen: der Programmierung.
Effektivität und Effizienz sind "King". Wieder nicht zum Selbstzweck, sondern weil wir alle Dinge, die ungerne getan werden, gleich von vornherein so optimal umsetzen wollen, dass man möglichst wenig Zeit dafür verschwenden muss. In allen Software-Projekten haben wir die gleiche Vorgehensweise - Evolutionäre Entwicklung: Veröffentlichung von produktionsfähigen Versionen der Software alle zwei bis drei Wochen. Das nennen wir ein Release.
Am Ende eines jeden Releases steht das Deployment der Software, die der Kunde schon ausprobieren kann. Keine Prototypen, sondern produktionsfähige Releases. Unsere Software soll von Beginn an richtig funktionieren. Am Ende eines Projektes Fehler zu suchen und zu eliminieren, führt garantiert zu Projektverzögerungen.
Releaseplan-Check: Haben wir diese Woche in irgendeinem Projekt ein Software-Release vereinbart? Große, bereits produktiv laufende eCommerce-Sites bringen wir nach einem ausgiebigen Test auf den Test-Servern in der Nacht auf den neuesten Stand, weil dann weniger Kunden beim Kaufen gestört werden. In der Entwicklung befindliche Systeme gehen am Tag online.
Wir suchen ständig nach sinnvollen Automatismen: Genau einen Tag nach einem Release bekommt der Kunde eine aktualisierte Version unserer Projektdokumentation. An diesem Tag werden die Entwickler auch von den Projekt-Controllern mit aktuellen Zahlen versorgt. Im Projekt-Checking wird diskutiert: "Wie viele Features waren geplant? Wie viele wurden ausgeliefert? Wie viele Manntage waren geplant? Wie viele haben wir verbraucht? Welche Schwierigkeiten gab es und könnte es noch geben?".
Jeder Programmierer hat bei uns das gleiche Ziel: Release-Termine werden nie (!) verschoben. Releases, aktualisierte Projektdokumentation und Projekt-Checking sind daher wie Heiligabend, erster und zweiter Weihnachtstag: Sie treten immer zusammen auf und überraschen niemanden.
Mit der aktualisierten Projektdokumentation bekommt der Kunde einen aktuellen Plan/Ist-Vergleich: Welche Features sind fertig? Wie viele Tage wurden gearbeitet? Was war der Plan? Wo stehen wir heute? Im Idealfall präsentieren wir die aktuellen Daten persönlich beim Kunden.
Der Abend naht. Wer geht, räumt zuvor seinen Schreibtisch komplett leer. Wir glauben an die "Broken Window"-Theorie. Auch Firmen degenerieren langsam. Das fängt mit einer liegen gelassenen Büroklammer an und endet mit großen Papierstapeln, in denen möglicherweise wichtige Informationen verrotten. Unser Job ist kompliziert und zeitaufwendig genug. Wir haben keine Zeit und Lust, nach Informationen zu suchen. Das hält uns nur vom Programmieren ab.
Alle Prinzipien und Instrumente haben das gleiche Ziel: Den Spaß an der Arbeit nicht zu verlieren. Es gibt keine 2. Klasse-Angestellten, die für die anderen die unangenehmen Arbeiten machen müssen. Es gibt keine Privilegien, auch nicht für die Inhaber: Wer andere führt, muss direkt an der Front führen und sich als Erster "furchtlos in die Schlacht stürzen". "Verlange niemals etwas von jemand anderem, was Du nicht selbst bereit bist zu tun". Diese Mentalität und gegenseitiger Respekt schweißen uns zusammen.